Home | english  | Impressum | Sitemap | KIT

Geschichte des Instituts für Theorie der Kondensierten Materie

Das Physikhochhaus
Das TKM befindet sich im 10. Stock des Physikhochhauses.

Das Institut für Theorie der Kondensierten Materie (TKM) wurde in den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts geschaffen. Als Institutsgründer wurde Prof. Albert Schmid 1976 von der Universität Dortmund  berufen. Er bestimmte den Namen Institut für Theorie der Kondensierten Materie. Forschungsschwerpunkte wurden:

  • Fluktuationen und Nichtgleichgewichtsprozesse in Supraleitern
  • Quantenkorrekturen zum Elektronentransport
  • Zusammenspiel von Unordnung und Wechselwirkung
  • Dissipative Quantenmechanik und Mesoskopische Physik

Die Arbeit des Instituts zeichnete sich durch  intensive internationale Kooperationen und Austausch von Wissenschaftlern aus, unter anderem mit John Bardeen, Michael Tinkham, John Clarke, Vinay Ambegaokar, Arkady Aronov, Lev Pitaevski, Anatoly Larkin, Yurii Ovchinikov, Vadim Gurevich und Alfred Zawadoski.

Albert Schmids Arbeitsweise war geprägt von einem tiefen physikalischen Verständnis, bewundernswerter Kreativität und kompromisslos unabhängigen Ansichten. 1993 erhielt Albert Schmid den Fritz London Memorial Award.

Albert Schmid trat 1994 in den Ruhestand und verstarb am 31. Januar 1998 im Alter von 68 Jahren.

Mehrere der Schüler von Albert Schmid wurden selbst Professoren: Gerd Schön (Karlsruhe), Ulrich Eckern (Augsburg), Rainer Kree (Göttingen).

Eine weitere Arbeitsgruppe des Instituts (Prof. R. v. Baltz) forschte in den Bereichen Spin-Relaxation, optische Eigenschaften und photogalvanischer Effekt in Halbleitern. Prof. Ralph von Baltz trat 2006 in den Ruhestand. Sein vorgezogener Nachfolger wurde Prof. Matthias Vojta, der in den Jahren 2002-2006 am TKM tätig war.

1989 wurde Prof. Peter Wölfle (University of Florida, Gainesville,USA) in einer vorgezogenen Nachfolge von Prof. Schmid an das Institut berufen. Er leitete das Institut von 1990 bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand 2010. Zu den oben genannten Arbeitsgebieten kamen hinzu:

  • Stark korrelierte Elektronensysteme (Hochtemperatursupraleitung, Schwerfermionsysteme)
  • Unkonventionelle Supraleitung
  • Quantentransport in langreichweitig korrelierten ungeordneten Systemen (fraktionaler Quanten-Halleffekt)
  • Transport durch Nanostrukturen weit außerhalb des Gleichgewichts
  • Quantenphasenübergänge

Die intensive Kooperation mit internationalen Partnern wurde fortgesetzt. Unter anderem forschten die folgenden Humboldt-Preisträger am Institut: Costas Soukoulis, Sajeev John, Yehoshua Levinson, Yuval Gefen, Ora Entin-Wohlman, Andrei Ruckenstein, Chandra Varma, John Chalker, Yoseph Imry.

Mehrere Studenten und Postdoktoranden von Peter Wölfle aus dieser Zeit sind inzwischen selbst Professoren: Thilo Kopp, Hans Kroha, Raymond Frésard, Kurt Busch, Achim Rosch, Jens Paaske, Ferdinand Evers und Ronny Thomale.

Prof. Wölfle leitete seit 1998 zusätzlich eine Abteilung am neugegründeten Institut für Nanotechnologie (INT) des Forschungszentrums Karlsruhe (inzwischen KIT, Campus Nord). Sein Nachfoger dort ist Prof. Alexander Mirlin, der von 1992 bis 1998 am TKM arbeitete, zuerst als Humboldtstipendiat, später als wissenschaftlicher Mitarbeiter, dann ans INT wechselte. Er ist dort seit 2006  Abteilungsleiter und seit 2003 als apl. Professor mit dem TKM assoziiert.

Nachfolger von Prof. Ralph von Baltz ist seit 2008 Prof. Alexander Shnirman, der die Themen

  • Quanteninformationsverarbeitung in Josephson- und Spin-Systemen
  • Dekohärenz in Josephson- und Spin-Quantenbits
  • Geometrische Phasen und geometrisches Pumpen
  • Solitonen in eindimensionalen Josephson-Anordnungen

bearbeitet.

Am 1.6.2011 hat Prof. Jörg Schmalian (Iowa State University + US DOE Ames Laboratory, Ames, USA) die Nachfolge von Prof. Wölfle angetreten.

Symposien und Workshops des TKM